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Nur 2,49 % mehr? - Vergütung Physiotherapie 2026

Ab 1. Januar 2026 steigen die GKV-Vergütungen um nur 2,49 %. Was sich für Hausbesuche im betreuten Wohnen ändert – und warum die Erhöhung nicht ausreicht.

Nur 2,49 % mehr? - Vergütung Physiotherapie 2026

Einleitung: Wieder nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Vergütung Physiotherapie 2026: Ab dem 1. Januar 2026 steigen die Vergütungen für physiotherapeutische Leistungen um gerade einmal 2,49 Prozent. In Zeiten von steigenden Löhnen, Mieten und Nebenkosten wirkt diese Zahl wie blanker Hohn. Viele Praxisinhaber:innen fragen sich zu Recht: Soll das ein schlechter Scherz sein? Zusätzlich wurde eine neue Abrechnungsregelung für Hausbesuche im betreuten Wohnen beschlossen. Klingt vernünftig – ändert aber nichts am Grundproblem: Das System bleibt starr, ungerecht und realitätsfern.

Die aktuelle GKV-Preisliste downloaden →

2,49 % mehr Vergütung – ein schlechter Witz?

In vielen Praxen herrscht Frust. Nach zähen Verhandlungen eine Mini-Erhöhung, die kaum die Kostensteigerung bei der Energie oder beim Gehalt auffängt. Warum das so ist? Weil die Verhandlungen nicht frei geführt werden dürfen. Stattdessen basiert die Erhöhung auf einem festgelegten Rechenmodell mit offiziellen Vorgaben.

Hinzu kommt: Eine Korrektur der Prognose für das Jahr 2025 hat die mögliche Erhöhung für 2026 weiter geschmälert. Ergebnis: Nur 2,49 % mehr für alle Leistungen ab dem 1. Januar 2026.

Fazit: Weniger Spielraum, weniger Geld, mehr Frust.

Hausbesuche im betreuten Wohnen: Lichtblick oder Alibi-Fortschritt?

Immerhin eine Verbesserung: Ab 2026 kannst du Hausbesuche in Einrichtungen des betreuten Wohnens endlich mit der besser vergüteten Position abrechnen, die bisher nur für Kurzzeit-, Verhinderungs- oder Tagespflege galt. Das ist wichtig – aber: Diese Regelung hätte längst kommen müssen.

  • Bisher: Deutlich geringer vergütete Pauschale
  • Jetzt: Angleichung an höhere Hausbesuchspauschale
  • Was bleibt: Ein kleiner Fortschritt, aber kein Durchbruch. Denn die übergeordnete Vergütung bleibt weiter unzureichend.

Fesseln durch Vorgaben: Warum echte Verhandlungen kaum möglich sind

Seit einem Schiedsspruch im Jahr 2021 ist klar: Es geht nicht mehr um eine faire Bezahlung, sondern um eine formale Anpassung an bestimmte Kostenentwicklungen. Die Parameter sind vorgegeben, die Verhandlungsmacht der Berufsverbände stark eingeschränkt.

Was das bedeutet:

  • Keine freie Festlegung der Vergütung
  • Nur Anpassung an bestimmte, vorgegebene Kennzahlen
  • Prognosefehler werden im Folgejahr verrechnet

2026: Wieder das gleiche Spiel.

Was du als Praxisleitung jetzt tun kannst

Auch wenn es bitter ist: Die neuen Regelungen sind geltendes Recht. Du kannst sie nutzen, aber du solltest dich nicht damit zufriedengeben.

Hausbesuche gezielt ausbauen:

  • Nutze die neue Regelung strategisch
  • Plane Touren effizient und wirtschaftlich

Kalkulation überarbeiten:

  • Prüfe deine Kosten und decke Defizite auf
  • Arbeite mit spitzer Feder und realistischen Stundensätzen

Kosten transparent machen:

  • Bereite Zahlen auf, um mit Politik und Verbänden Druck zu machen

Verbandsarbeit stärken:

  • Mach Druck über deine Mitgliedschaft
  • Halte dich auf dem Laufenden, unterstütze deine Vertreter

Fazit: Wer denkt, 2,49 % wären genug, hat die Lage nicht verstanden

Die neuen Preise fühlen sich nicht wie ein Fortschritt an. Sie sind das Ergebnis eines fehlerhaften Systems, das Praxisrealitäten ignoriert. Ja, die Anpassung bei Hausbesuchen ist sinnvoll. Aber sie reicht nicht aus.

Es braucht mehr. Viel mehr.

Denn faire Bezahlung ist keine Verhandlungssache. Sie ist die Grundlage für eine funktionierende Patientenversorgung.

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