Der große Selbstcheck: Bist du bereit für die eigene Physiopraxis?
20 Fragen helfen dir, realistisch einzuschätzen, ob du fachlich, organisatorisch und mental bereit bist für die Praxisgründung.
Du spielst mit dem Gedanken, eine eigene Praxis zu eröffnen?
Vielleicht bist du seit Jahren angestellt, hast Erfahrung gesammelt und spürst: Es wird Zeit für den eigenen Laden. Oder du hast gerade erst die Ausbildung abgeschlossen und brennst darauf, dein eigenes Ding zu machen.
So oder so – die Gründung einer Physiotherapiepraxis ist eine der größten Entscheidungen deines Berufslebens. Und eine, die du nicht aus dem Bauch heraus treffen solltest.
Dieser Selbstcheck mit 20 Fragen hilft dir, realistisch einzuschätzen, wo du stehst – fachlich, organisatorisch und mental.
So funktioniert der Test
Lies dir jede Aussage durch. Wenn du ehrlich mit „Ja, das trifft auf mich zu” antworten kannst, gibt es einen Punkt. Am Ende zählst du zusammen und liest deine Auswertung.
Teil 1: Persönliche Einstellung & Motivation
1. Ich möchte selbst entscheiden können – über Konzept, Team und Arbeitsweise.
Eigenverantwortung ist der Kern der Selbstständigkeit. Wenn dich das antreibt statt ängstigt, ist das ein gutes Zeichen.
2. Ich bin bereit, auch abends und am Wochenende organisatorisch zu arbeiten – zumindest in der Anfangsphase.
Gerade am Anfang fallen viele Aufgaben außerhalb der Behandlungszeiten an. Wer das weiß und akzeptiert, startet realistisch.
3. Ich kann mit Unsicherheit und finanzieller Verantwortung umgehen.
Kein festes Gehalt, schwankende Einnahmen, unvorhergesehene Kosten. Das gehört dazu. Entscheidend ist, dass dich das nicht lähmt.
4. Ich bin bereit, vorübergehend auf Gehalt zu verzichten, wenn es die Situation erfordert.
In den ersten Monaten geht oft mehr raus als rein. Wer darauf vorbereitet ist, bleibt handlungsfähig.
5. Ich habe eine realistische Vorstellung vom tatsächlichen Arbeitsaufwand einer Praxisinhaber:in.
Behandeln ist nur ein Teil. Personalführung, Buchhaltung, Marketing, IT, Organisation – das alles kommt dazu.
Teil 2: Fachliches & Organisatorisches
6. Ich kenne die Voraussetzungen für eine Kassenzulassung in meinem Bundesland.
Ohne Zulassung keine GKV-Abrechnung. Die Anforderungen sind je nach Bundesland unterschiedlich – informiere dich frühzeitig.
7. Ich weiß, wie ein Businessplan für eine Physiotherapiepraxis aufgebaut sein sollte.
Ein solider Businessplan ist nicht nur für die Bank wichtig, sondern auch für dich selbst: Er zwingt dich, dein Vorhaben durchzudenken.
8. Ich kann den Finanzbedarf für die ersten 6 Monate meiner Praxis realistisch einschätzen.
Miete, Ausstattung, Gehälter, Software, Versicherungen, Marketing – weißt du, was das in Summe kostet?
9. Ich habe mich mit Praxissoftware-Lösungen beschäftigt und weiß, welche Optionen es gibt.
Theorg, Starke Praxis, Bela Health – die Software-Landschaft ist groß. Wer sich früh informiert, trifft bessere Entscheidungen.
10. Ich kenne die relevanten Versicherungen für Praxisinhaber:innen.
Berufshaftpflicht, Betriebshaftpflicht, Rechtsschutz, ggf. Cyber-Versicherung – weißt du, was du brauchst?
Teil 3: Finanzen & Planung
11. Ich habe einen groben Finanzplan für das erste Jahr erstellt oder begonnen.
Auch wenn er noch nicht perfekt ist: Wer anfängt zu rechnen, erkennt Lücken frühzeitig.
12. Ich habe einen Termin bei einer Bank oder Förderstelle (z. B. KfW, IFB) vereinbart oder geplant.
Förderkredite, Zuschüsse, Bürgschaften – es gibt mehr Optionen als du denkst. Aber du musst sie aktiv suchen.
13. Ich habe ein finanzielles Polster, das mich mindestens 3 Monate ohne Einkommen trägt.
Ein Puffer gibt dir Sicherheit und verhindert Panikentscheidungen in der Startphase.
14. Ich kenne die gängigen Rechtsformen (Einzelunternehmen, GbR, GmbH) und deren Unterschiede.
Jede Form hat Vor- und Nachteile bei Haftung, Steuern und Bürokratie.
15. Ich habe mich über steuerliche Fragen informiert (Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Freiberuflichkeit).
Physiotherapeut:innen sind in der Regel freiberuflich – aber nicht immer. Steuerberatung ist hier Gold wert.
Teil 4: Praxisorganisation & Digitalisierung
16. Ich weiß, welche Grundausstattung ich für meine Praxisräume brauche.
Behandlungsliegen, Empfangsbereich, IT-Infrastruktur, Wartebereich – hast du eine Liste?
17. Ich habe mich mit der Telematikinfrastruktur (TI) beschäftigt.
Die TI ist Pflicht für zugelassene Praxen. Wer das ignoriert, startet mit einem Problem.
18. Ich plane, digitale Prozesse von Anfang an einzusetzen (z. B. digitale Patientenaufnahme, KI-Tools).
Wer digital startet, spart sich später aufwändige Umstellungen. Außerdem wirkt es professionell auf Patient:innen.
19. Ich habe eine Strategie für meine Sichtbarkeit (Website, Google Business, Social Media).
Patient:innen suchen online. Wer nicht gefunden wird, existiert nicht – egal wie gut die Therapie ist.
20. Ich habe Ansprechpartner:innen für Technik, Organisation oder Beratung identifiziert.
Niemand gründet allein. Steuerberater:in, IT-Dienstleister, Praxisberater:in, Gründernetzwerk – bau dir ein Team auf.
Auswertung: Wo stehst du?
16–20 Punkte: Du bist bereit!
Glückwunsch – du hast dich intensiv vorbereitet und bist fachlich, organisatorisch und mental auf einem sehr guten Stand. Jetzt geht es darum, ins Handeln zu kommen. Trau dich.
10–15 Punkte: Du bist auf einem guten Weg
Du hast schon viel richtig gemacht, aber es gibt noch Lücken. Hol dir gezielt Unterstützung – ob bei Finanzen, Digitalisierung oder Planung. Ein Praxisberater oder Gründernetzwerk kann helfen, die offenen Punkte zu klären.
0–9 Punkte: Noch nicht bereit – aber das ist okay
Gründen ist kein Sprint, sondern ein Prozess. Nutze die nächsten Monate, um dich gezielt vorzubereiten. Lass dich beraten, besuche Gründerseminare und baue Wissen auf. Die Praxis läuft dir nicht weg.
Nächste Schritte
Egal wo du stehst – hier sind drei Dinge, die du diese Woche tun kannst:
- Sprich mit einer Person, die bereits gegründet hat – Erfahrung aus erster Hand ist unbezahlbar
- Mach einen Termin beim Steuerberater – Klär die Basics (Rechtsform, Steuern, Fördermöglichkeiten)
- Schreib deine Vision auf – Was für eine Praxis willst du führen? Für wen? Mit welchem Konzept?
Die beste Zeit zu gründen ist dann, wenn du vorbereitet bist. Nicht perfekt – aber vorbereitet.
Tipp: Wenn du willst, dass wir Bela Health bei der Planung deiner Praxis oder bei digitalen Fragen begleiten, melde dich für ein unverbindliches Gespräch →.
Was ist Bela Health?
Bela Health ist eine KI-gestützte Software speziell für Physiotherapiepraxen.
Die KI-Rezeption – ein intelligenter Telefonassistent – nimmt Anrufe automatisch entgegen, erkennt Anliegen und leitet sie strukturiert ans Praxisteam weiter. Darüber hinaus unterstützt Bela Health auch in anderen Bereichen des administrativen Praxisalltags – für weniger Stress, mehr Struktur und höhere Effizienz im Team.